Am 7. September führte der ADFC Münsterland zusammen mit seinem Kooperationspartner Vamos e.V. Radtouren von Münster, Telgte-Ostbevern und Ahlen nach Warendorf im Rahmen der 825-Jahrfeier der Stadt durch. Die Radtour von Münster führte TourGuide Peter Wolter über den Schulbauernhof der Stadt Münster, den „Emshof“, und weiter über Telgte entlang der Ems nach Warendorf.
Am Emshof wartete eine kleine Führung auf die Teilnehmenden, bei der sie viel darüber erfuhren, was hier von den Jugendlichen ausgesät, angebaut, geerntet und verkostet wird. Aber auch, was das alles an Arbeit und Geduld erfordert, damit die Pflanzen gedeihen und dass nicht immer alles gelingt, was man sich vorgenommen hat. Manchmal ist es zu kalt oder zu heiß, es gibt Schimmelpilze, zu wenig oder zu viel Regen oder irgendwelche Kleintiere, die den Pflanzen zu schaffen machen. Aber gut, dass es den Schulbauernhof gibt, der den Kindern die Nähe zur Natur und Tieren vermittelt, damit sie erfahren, dass die Milch nicht aus dem Supermarkt, sondern vom Bauernhof und seinen Kühen kommt. Der Emshof lädt daher alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte herzlich ein, hier einmal eine Ferienfreizeit von Mai bis September durchzuführen. Mehr Informationen dazu unter www.emshof.de.
Nach einer Stärkung im neuen kleinen Café auf dem Emshof ging es weiter an der Ems entlang nach Warendorf. Hier machten die Teilnehmenden der Strahlen der Sternfahrt vor den Tafeln und Hinweisschildern Halt und bekamen viele Informationen sowie eine Verkostung von Gemüse und Obst aus der Region. Das Leitthema war: Tomate passiert – Ausbeutung auch! 750.000 Tonnen Tomaten kommen aus dem Ausland zu uns, nur 6,5 % stammen aus Deutschland. Das sind 175.000 große Lkw, die oft mehrere Tage zu uns unterwegs sind. Der größte Teil stammt aus den Niederlanden, Spanien und Italien. In Italien, so berichtete es ein ehemaliger Arbeiter den Teilnehmenden vor Ort, arbeiten die oft aus Afrika stammenden Arbeitskräfte unter unmenschlichen Bedingungen bis zu 14 Stunden auf den Plantagen bei einem Lohn von 2 bis 3 Euro! Das meiste Geld dieser Sklavenarbeit stecken sich die Mafiaorganisationen ein. Für die Lieferketten der Tomaten interessieren sich Edeka, REWE, Lidl und Co. nicht, Hauptsache der Preis stimmt!


Wer etwas dagegen unternehmen will, kauft besser direkt bei den landwirtschaftlichen Unternehmen, auf dem Markt, im Bioladen oder im Dritte-Welt-Laden. Hier gibt es die Marke „No CAP“ (keine Mafia), die direkt von den anbietenden Unternehmen vermarktet wird. Guten Appetit!
Nach einem Bummel durch die schöne Altstadt von Warendorf ging es gegen 18 Uhr bei einer geführten Radtour wieder zurück nach Münster. Nach einem Absacker im Biergarten an der Pleistermühle fuhren die Mitradelnden in alle Richtungen wieder selbstständig ihrem Zuhause entgegen.


