Stadt Münster, Fahrradbüro
Historisches Natursteinpflaster prägt Münsters Straßenbild. Gleichzeitig können abgesackte Steine und unebene Oberflächen die Nutzung im Alltag erschweren. Die Stadt Münster hat im August im Hansaviertel in Münster erstmals das sogenannte „Grinding“-Verfahren getestet. Dabei wird die Oberfläche des bestehenden Natursteinpflasters mithilfe diamantbesetzter Schleifwalzen bearbeitet. So lassen sich Unebenheiten und Stolperkanten reduzieren, ohne das Pflaster zu ersetzen.
Die Arbeiten in der Leerer Straße und einem Teilabschnitt der Dortmunder Straße erstrecken sich insgesamt auf rund 125 Meter Länge. Ausgewählt wurden diese Abschnitte, weil der Zustand des Kopfsteinpflasters sanierungsbedürftig war.
Historischen Charakter bewahren Durch das Schleifverfahren wird die Oberfläche gleichmäßiger, was die Verkehrssicherheit erhöht und zu einem besseren Fahrkomfort führt. Die Struktur des Pflasters bleibt dabei leicht rau
und sorgt weiterhin für guten Halt, auch bei Nässe. Zudem werden Lärm und Erschütterungen durch den Kfz-Verkehr reduziert.
Kürzere Bauzeit, geringere Kosten
Die Kosten für das Verfahren liegen bei rund 95.000 Euro. Die betroffenen Straßenabschnitte konventionell zu erneuern, würde nach aktuellen Schätzungen rund 140.000 Euro kosten. Zudem verkürzt sich die Bauzeit und der Verkehr wird weniger beeinträchtigt.
Die Stadt wertet das Pilotprojekt über die nächsten Monate aus und prüft, wie gut es technisch funktioniert und sich im Alltag bewährt. Bei erfolgreichem Verlauf könnte das Verfahren auf weitere Straßenabschnitte in Münster ausgeweitet werden, etwa in Teilbereichen der Salzstraße.
„Grinding“-Verfahren seit 2020 im Test
Das Schleifverfahren wird seit 2020 im Rahmen des Forschungsprojekts „NUDFA-Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung“ erprobt
und weiterentwickelt. Nach ersten Erprobungen in Brandenburg und Berlin gehört Münster nun zu den ersten Kommunen, die das Verfahren
unter eigenen Bedingungen testen.


