Leezenkurier

Fahrradzeitung für das Münsterland

Strahlender Sonnenschein in Ankum vor dem Artländer Dom Fotos: (C) Heinz Braunsmann

Vielseitige Erlebnisse auf der ADFC-Brieftaubentour

Viertägige Radreise von Papenburg nach Münster

Bereits zum vierten Mal fand die „Brieftaubentour“ der ADFC-Ortsgruppe Sendenhorst in diesem Jahr statt. Darunter versteht man eine Radreise, deren Startpunkt vorher geheim bleibt. Wie eine Schar Brieftauben wird die Reisegruppe zu einem Ort gebracht, von dem aus dann die Reise in die Heimat zurückführt – ein Konzept, das vor allem auch wegen des Überraschungsmomentes inzwischen gute Resonanz gefunden hat.

In diesem Jahr begann die von Ortsgruppensprecher Heinz Braunsmann ausgearbeitete Tour am 6. Mai in Papenburg/Ems und führte von dort zurück nach Münster. Hierbei wurde nicht etwa der bekannte Ems-Radweg genutzt, was vielleicht naheliegend gewesen wäre. Vielmehr führte die handgemachte Route gezielt zu einer Reihe von interessanten Punkten, die zu Unrecht nicht im Zentrum des touristischen Interesses liegen.

Prachtvolle niedersächsische Hofanlagen zeigt das Museumsdorf Cloppenburg

So radelte die 15-köpfige Gruppe zunächst von Papenburg mit seinen langen und schnurgeraden Kanälen durch den Naturpark Hümmling, der von weiten Moor- und Geestlandschaften geprägt ist. Ein besonderes Highlight des ersten Tages war der Aufenthalt an der sternförmigen Anlage von Schloss Clemenswerth, bevor man dann zur Übernachtung in Löningen an der Hase einkehrte.

Am zweiten Tag wurde – untypisch für Brieftauben – ein „Rundflug“ durch das bezaubernde Oldenburger Münsterland unternommen, wobei ein ausgiebiger Aufenthalt im Museumsdorf Cloppenburg der Gruppe die von den Sachsen und Friesen geprägte bäuerliche Kultur des Nordwestens nahebrachte. Beeindruckt von der Fülle der hier platzierten historischen Hofanlagen und historischen Gebäude erreichten die Radlerinnen und Radler abends über verkehrsarme Nebenstraßen erneut ihr Hotel in Löningen.

Mitten durch das Artland mit seinen überall greifbaren prächtigen Fachwerkhöfen führte die 75 km lange dritte Etappe der Tour bis nach Osnabrück. Schmucke Dörfer mit ihren historischen Kirchen sowie die im Umkreis überall anzutreffenden Megalithgräber aus der Jungsteinzeit boten Anlass für interessante Zwischenstopps. Vor allem der „Artländer Dom“ in Ankum, der im Rahmen einer detaillierten Führung besichtigt wurde, hinterließ bleibende Eindrücke. Das bunte Treiben der frisch eröffneten Osnabrücker Maiwoche sorgte am Abend in der historischen Kulisse der „Friedensstadt“ für eine lebhafte Bereicherung.

Über die Höhen des Teutoburger Waldes ging es am letzten Tag dann über Lengerich und Ladbergen zum idyllisch gelegenen Franz-Felix-See, wo eine schmackhafte Kaffeepause eingelegt wurde. Nach einem informativen Zwischenstopp an der Biologischen Station der Rieselfelder und einem Besuch der dortigen Aussichtsplattform erreichten die Radlerinnen und Radler schließlich voller interessanter Eindrücke die westfälische Metropole Münster. Ein herzlicher Dank ging an Heinz Braunsmann und Werner Schlüter von der Ortsgruppe Sendenhorst für die Ausarbeitung und Leitung dieser begeisternden Radreise.


Fotos: Heinz Braunsmann