Leezenkurier

Fahrradzeitung für das Münsterland

Gemütliche Romantik-Tour an Main und Tauber

Radrouten vom Feinsten, fränkische Kultur und Gastlichkeit, dazu traumhaftes Wetter – was will man mehr? Fünf Tage lang durchstreifte der ADFC Sendenhorst mit einer Gruppe von 19 begeisterten Radlerinnen und Radlern die fränkische Landschaft an Main und Tauber und erfuhr dabei viel Wissenswertes über die Kultur und Geschichte der Region. Dazu war auch genügend Zeit, da die Reise ausdrücklich als „Gemütliche Romantik-Tour“ mit überschaubaren Tagesetappen und insgesamt 7 Führungen an ausgewählten sehenswerten Orten konzipiert war.

Die Anreise an den Main in Fahrgemeinschaften unter Einsatz des Radanhängers führte nach Wertheim, dem Startpunkt der von TourGuide Heinz Braunsmann detailliert ausgearbeiteten Mehrtagestour. Die malerische Fachwerkstadt mit ihrer spektakulären Burgruine, die hoch über dem Zusammenfluss von Main und Tauber thront, lud direkt ein zu einem beschaulichen Rundgang und einer erfrischenden Einkehr nach der langen Autofahrt.

Über den 5-Sterne-Radweg „Liebliches Taubertal“ führte die Route zunächst flussaufwärts. Gleich am ersten Nachmittag besuchte die Gruppe die ehemalige Zisterzienserabtei Bronnbach, wo die aufschlussreiche Führung mit einem Pröbchen des hauseigenen Weins vergoldet wurde.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des Taubertals. Gleich morgens stand ein Streifzug durch die Altstadt von Tauberbischofsheim auf dem Plan. Mittags wurde dann die Kur- und Deutschordensstadt Bad Mergentheim erreicht. Hier erhielt die Radgruppe im Rahmen einer Stadtführung Informationen zur Geschichte des Deutschen Ordens und konnte durch den großen Schloss- und Kurpark flanieren. Krönender Abschluss des Tages war dann die Führung durch das majestätische Renaissance-Schloss Weikersheim mit seinem prachtvollen Barockgarten.

Schloss Weikersheim mit seinem prachtvollen Garten ©Heinz Braunsmann

Der dritte Tag der Tour begann mit einem Wechsel von der Tauber an den Main. Der dazwischen liegende Höhenzug konnte auf dem vorbildlich ausgebauten, 26 Kilometer langen „Gaubahn-Radweg“ entlang einer stillgelegten Bahntrasse mühelos bewältigt werden – ein Leckerbissen für Radbegeisterte. In der Türme-Stadt Ochsenfurt erreichte die Gruppe dann den Main. Hier blieb etwas Zeit für einen Bummel durch die mittelalterliche Altstadt.

Über den Main-Radweg, der völlig zu Recht ebenfalls die „5-Sterne-Wertung“ des ADFC beansprucht, wurde die Fahrt mit einem kurzen Zwischenstopp im verträumten Weinstädtchen Sommerhausen bis zum Tagesziel Würzburg fortgesetzt. Die Main-Metropole mit ihrem prachtvollen Stadtbild, das von der hoch über der alten Mainbrücke aufragenden Feste Marienburg dominiert wird, musste natürlich ausgiebig gewürdigt werden. Noch am Nachmittag stand deshalb eine geführte Besichtigung durch die von Balthasar Neumann geschaffene Residenz an. Die Anlage gilt als eines der prächtigsten Barockschlösser Europas und trägt nicht umsonst den Status des UNESCO-Weltkulturerbes. Eine abendliche humorvolle Altstadtführung und eine spannend gestaltete Domführung am nächsten Morgen rundeten den Besuch in Würzburg ab und ließen die Geschichte und Kultur der Stadt lebendig werden.

Weitere Stationen am Main waren Schloss Veitshöchheim mit seinem riesigen Barockgarten, das verträumte Städtchen Karlstadt mit seiner mittelalterlichen Stadtbefestigung und die an einer nördlichen Mainschleife gelegene Stadt Gemünden an der Mündung der fränkischen Saale. Genächtigt wurde schließlich in der Schneewittchenstadt Lohr mit ihrem traumhaften romantischen Fachwerk-Ambiente.

Schloss Veitshöchheim am Main Foto ©Heinz Braunsmann

Der letzte Tag begann mit einer launigen Stadtführung in Lohr. Die als „Lohrer Waschweib“ auftretende Stadtführerin vertraute den ADFC’lern dabei einige spannende Geheimnisse aus ihrem Berufsleben von 1850 an – natürlich unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit, weshalb hier nichts Näheres darüber berichtet werden kann.

Die vielen kulturellen Eindrücke wurden abgerundet durch den ausgiebigen Genuss der fränkischen Gastlichkeit, sei es durch eine tägliche Einkehr zu Kaffee und Kuchen oder durch die gemütlichen Abende mit Besuchen der lokalen Gastronomie, die reichlich Gelegenheit zum Verzehr fränkischer Speisen, zum Probieren von Wein oder Bier und natürlich zum geselligen Plaudern bot, so dass die Gruppe im Laufe der fünf Tage zu einer harmonischen Einheit zusammenwuchs.

Voll mit vielen begeisternden Eindrücken erreichten die Sendenhorster dann schließlich wieder den Startpunkt in Wertheim und traten zufrieden die Rückreise nach Sendenhorst an. Der Dank der Gruppe richtete sich an Heinz Braunsmann und Reinhard Vogel-Lackenberg, die mit großem Engagement die Reiseleitung durchgeführt hatten – fünf Tage, wie sie perfekter nicht sein könnten.