Leezenkurier

Fahrradzeitung für das Münsterland

Heinz Braunsmann

Der Fahrrad-Kauf

Mein altes Fahrrad ist marode,

es diente treu seit dreißig Jahren.

Auch kommt es etwas aus der Mode,

ist mehrfach um die Welt gefahren.

Nun wird ein Rad mit Motorkraft

angeschafft.

Doch ganz so einfach wie man denkt

ist so ein Kauf beileibe nicht.

Ein neues Rad gibt’s nicht geschenkt,

die Kaufentscheidung hat Gewicht.

Und dann die Auswahl – riesengroß.

Was mach‘ ich bloß?

Es stellen sich so viele Fragen,

schon bei der Farbe geht es los.

Ist es zu schwer? Kann ich es tragen?

Ist klein der Rahmen oder groß?

Wähl‘ ich gelb, grün, rot oder blau,

oder grau?

Die Suche zieht sich in die Länge,

die Händler bieten um die Wette.

Besitzt das Rad genügend Gänge?

Wähle ich Riemen oder Kette?

Will ich ’nen Sattel ganz in Leder

und mit Feder?

Sitzt die Batterie am Heck

oder besser ganz zentral?

Trägt der Träger viel Gepäck?

Komm‘ ich sicher ans Pedal?

Wichtig sind auch feste Reifen,

die gut greifen.

Komm‘ ich mit meinem Pedelec

dank der geballten Motorkraft,

auch stets genügend weit vom Fleck,

bevor der Akku dann erschlafft?

Und hilft bergauf mir das Getriebe,

wenn ich schiebe?

Doch irgendwann ist es entschieden:

Da steht es nun, das neue Rad!

Ich schaue stolz und auch zufrieden,

schon bald geht es auf große Fahrt.

Und siehe da: Das Fahrrad rollt

wie gewollt.

Mein altes Rad geht nicht zum Schrott.

Für den sporadischen Gebrauch

Läuft‘s eigentlich noch rund und flott,

es braucht nur einen neuen Schlauch.

Nun hält mir hoffentlich das neue

lang die Treue.