einfach. sicher. radfahren.
Als engagierte Gruppe setzt sich der ADFC Kreisverband Münsterland e. V. seit Jahren für die Verbesserung im Radverkehr in den jeweiligen Ortsgruppen ein. Wie schon im letzten Lenzen-Kurier beschrieben, hat der Landesverband des ADFC im März 2025 in Münster zehn Kernforderungen für die Sicherheit im Rad- und Fußverkehr noch einmal zusammengefasst und diese (siehe Kasten) beschrieben.
Das Ziel ist die Vision, dass niemand im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt wird.
In der Realität sieht es meist anders aus. Der beschränkte Verkehrsraum ist zu einem großen Teil für den motorisierten Verkehr vorgesehen. (Foto)

(c) ADFC Bundesverband (april agentur)
Verhalten Einzelner, sondern vor allem durch sichere Infrastruktur. Wenn Straßen unübersichtlich, Radwege lückenhaft oder Geschwindigkeiten zu hoch sind, lassen sich Gefahren weder durch Appelle noch durch individuelles Verantwortungsbewusstsein kompensieren. Deshalb liegt die Verantwortung für Verkehrssicherheit in erster Linie bei den Institutionen, die gestalten, planen und vollziehen.“, sagte Marc Zitan vom ADFC-Landesbüro NRW in der Begründung des Antrages.
Diese Forderungen sollen in konkrete Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden. Dafür setzt sich die Arbeitsgruppe Radverkehr mit Erfolg ein. Aber jede Ortsgruppe kann gefährliche Situationen auch selbst ansprechen und sich für eine Verbesserung in ihrem Ort einsetzen.
Der ADFC NRW fordert zehn konkrete Maßnahmen, die auf das Ziel der Vision Zero beim Radverkehr helfen:
1. Mehr Tempo 30 innerorts
2. Tempo 70 auf Landstraßen ohne Radweg
3. Lückenschlüsse im Radwegenetz
4. Anpassung vorhandener Radwege an den Stand der Technik
5. Beratungsstellen für mehr Schulwegsicherheit
6. Erlass zum konsequenten Vorgehen gegen Falschparken
7. Vision-Zero-Schulungen für Polizei und Straßenverkehrsbehörden
8. Fahrradstaffeln in jeder Kreispolizeibehörde
9. Systematische Kontrolle der Überholabstände
10. Bündelung landesweiter Daten zum Radverkehr (Radverkehrs-Dashboard NRW)
Radverkehr bleibt Hauptursache – mehr verletzte Radfahrerinnen und Radfahrer (Polizei Münster https://muenster.polizei.nrw/presse/verkehrsunfallstatistik-2025 )
Knapp 1600 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen 2015 allein in Münster zu Schaden. Mit einem Rückgang von zehn Prozent erlitten deutlich weniger Verkehrsteilnehmende schwerwiegende Verletzungen (147). „Der Rückgang der Gesamtzahlen und die Verbesserung im Bereich der Schwerverletzten sind ein gutes Signal für mehr Sicherheit im Straßenverkehr“, stellte Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf fest. „Dennoch gilt: Jeder Verkehrsunfall, bei dem Menschen zu Schaden kommen, ist einer zu viel. Deshalb lassen wir mit unserer Arbeit für die Verkehrssicherheit in Münster nicht nach.“
Ein Grund für die hohe Zahl von Verunglückten liegt in Münster klassischerweise im Radverkehr. Die Anzahl verunglückter Radfahrerinnen und Radfahrer (inklusive Pedelec) lag 2025 mit insgesamt 983 Personen weiter auf sehr hohem Niveau und deutlich über dem Vorjahreswert (+16,5 Prozent). Dabei wurden im Vergleich zum Vorjahr elf Menschen weniger schwer verletzt. Vier Radfahrende starben. Zwei davon erlitten tödliche Verletzungen beim Zusammenstoß mit einem PKW, zwei Personen starben, nachdem sie allein mit dem Rad verunglückt waren. 2025 verunglückten ebenfalls deutlich mehr Verkehrsteilnehmende mit ihrem Pedelec (plus 21 Prozent, 283 Unfälle). 32 Menschen verletzten sich dabei schwer.
„Münster zeichnet sich durch eine besondere Verteilung bei der Wahl der Verkehrsmittel aus: Fast die Hälfte der Wege werden in Münster mit dem Rad zurückgelegt und nur rund ein Viertel mit motorisierten Fahrzeugen. Das sind Spitzenwerte für das Fahrrad. Diese Entwicklung spiegelt sich sehr deutlich in den Unfallzahlen wider und wird uns auch zukünftig beschäftigen“, erläuterte der Leiter der Direktion Verkehr, Volker Wittenbreder. „Deshalb ist und bleibt die Sicherheit der Radfahrenden der Schwerpunkt unserer präventiven und repressiven Maßnahmen.“
Tödliche Verkehrsunfälle 2025 und von Radfahrenden in den Kreisen des Münsterlandes in 2025
| Kreis / Stadt | Verkehrstote | davon Radfahrer |
| Stadt Münster | 6 | 4 |
| Kreis Coesfeld | 12 | leider keine Angaben |
| Kreis Borken | 24 | 9 |
| Kreis Steinfurt | 11 | 1 |
| Kreis Warendorf | 5 | |
| Quelle: | Verkehrsunfall-statistiken |


